2. Spieltag, Blaues Auge beim Heim-Debüt

TuS Kirchberg - SK Kamp-Lintfort

Blaues Auge zum Auftakt

Der TuS Kirchberg kann sein erstes Heimspiel in der 1. Bundesliga hauchdünn mit der letzten Kugel für sich entscheiden. Der SK Kamp-Lintfort ist beim Debüt im Hunsrück ein bärenstarker Gegner. Kirchberg bringt längst nicht das komplette Leistungsvermögen auf die Straße, stemmt sich aber mit starkem Willem gegen die Auftaktniederlage und wird für die Mühen mit den ersten Punkten in der Bundesliga belohnt.

Mit dem SK Kamp-Lintfort hatte sich für den Aufsteiger aus Kirchberg ein etabliertes Bundesliga-Team im Hunsrück zum Debüt angekündigt. Oft erhalten Aufsteiger auch direkt die absoluten Top-Favoriten oder den deutschen Meister zum Auftakt, weshalb die Kirchberger mit dieser Ansetzung fürs Erste gut leben konnten. Doch dass auch die Truppe vom Niederrhein viel Erfahrung und keglerisches Können mitbringen würde, wussten auch die Aufsteiger aus Kirchberg. Beide Teams konnten vor der Partie nicht wirklich einschätzen, wo sie stehen – nach der Partie sollte sich für beide Mannschaften ein deutlicheres Bild abzeichnen.

Kirchberg ging das Unterfangen 1. Bundesliga auch auf heimischem Geläuf mit unveränderten Personal an. So waren es einmal mehr Matthias Bender und Ferdinand Fuchss, die die ersten Kugeln im Oberhaus des Kegelsports absolvieren sollten. Und der Start von Beiden ließ die Kirchberger und ihre Fans aufhorchen. Von Beginn an zeigten beide eine konzentrierte Vorstellung – Fuchss streute den ersten Dämpfer ein und verfehlte im vorletzten Wurf seiner ersten Bahn unnötig den Bauern. „Das darf mir einfach nicht passieren“ gab Kirchbergs Dauerbrenner am Ende seines Durchgangs zu. Bender blieb fehlerfrei und so lieferten beide eine gute erste Hälfte in Deutschlands höchster Kegelliga. Doch die Kirchberger versäumten es den Sack so richtig zu zu machen. Fuchss ließ eine schwache dritte Bahn folgen und wurde zum Schluss ein wenig von Bahn 3 um mehr Holz betrogen. Mit 880/10 hielt er aber beide Gäste hinter sich. Dennis Schmidt (818/2) und Christian Prante (844/3) ließen bei den Gästen etwas Luft nach oben. Das wusste auch Matthias Bender für sich zu nutzen: Zwar scheiterte Kirchbergs Schnittbester der letzten Saison knapp an der 900 Holz Marke, mit 895/11 brachte er seine Hunsrücker allerdings erstmal recht komfortabel in Führung. Ganz zufrieden war Kirchbergs Kapitän aber nicht: „Ich habe den Block von Anfang an angeführt und am Ende nicht mit der nötigen Konsequenz zu Ende gespielt, das hat eine hohe Zahl verhindert.“

Doch diese Führung sollte im zweiten Block schnell auf die Probe gestellt werden. Während Falko Stockter entfesselt in die 1. Bundesliga startete und mit 233 Holz das Kommando im Block übernahm, war das Niveau für Youngster Lukas Martin zu Beginn eine Nummer zu groß. Nach Fehlstart steigerte sich Kirchbergs Nachwuchshoffnung immer mehr, doch mit 779/1 wanderten einige Holz in Richtung Kamp-Lintfort. Nils Eichenhofer (861/5) spielte lange Zeit groß auf und machte den Hunsrückern richtig Druck, am Schluss stahl allerdings Daniel Niesner (896/12) allen die Show, als er mit 249 Holz seine Schlussbahn zu Staub pulverisierte und alle Kirchberger hinter sich ließ. Damit brachten sich die Gäste zurück in die Partie und auch nah an einen Auswärtsdreier. Der Zusatzpunkt war nach Block 2 schon weitestgehend eingetütet, auch wenn Falko Stockter die Kirchberger mit 867/8 am Leben hielt.

Zwei Holz trennten den Neuling aus Kirchberg und die Gäste aus Kamp-Lintfort vor dem abschließenden Block. Kirchberg stand bereits mit dem Rücken zur Wand und die Gäste witterten ihre Chance auf wichtige drei Punkte. Doch im letzten Block fand der TuS dann sein Kämpferherz. Routinier Andreas Martin und Markus Adams stemmten sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage. Zur Halbzeit hatten beide Kirchberger starke 450 Holz auf der Anzeige. Doch auch die Gäste steckten nicht auf und blieben zu jeder Zeit gefährlich. Vor der letzten Bahn nahm Kirchberg eine Führung von circa 20 Holz mit, doch auch hier steckten die Gäste nicht auf. Bis zur letzten Kugeln verlangte „Ka-Li“  den Hunsrückern alles ab, erst im letzten Wurf brachte Andreas Martin die nötigen Holz aufs Kirchberger Tableau. Mit 863/6 reihte sich Martin nahtlos ins Kirchberger Feld ein, genauso wie auch Adams, der mit 866/7 ebenfalls eine ordentliche Leistung zeigte. Doch Lob gebührt den Gästen, die auch im letzten Block durch Marcel Bernsee (871/9) und Yannick Holzum (856/4) hartnäckig Druck machten.

Fazit: Am Ende gelingt Kirchberg beim Debüt ein Heimsieg mit dem der TuS Kirchberg zufrieden sein muss. Sicherlich ist ein Heim-Debüt in der 1. Bundesliga noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Der TuS Kirchberg zeigt in der Partie Licht und Schatten und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, in der Spitze und am unteren Ende des Tableaus nicht genügend geliefert zu haben. Das Endresultat muss als Erfolg gewertet werden, weil man sich im Kirchberger Hof stark gegen die drohende Niederlage gestemmt und damit zwei Punkte im Hunsrück behalten hat. Beide Teams wussten nicht so recht, wo sie stehen, Kamp-Lintfort scheint in der Vorbereitung die Hausaufgaben aber gut erledigt zu haben - ein starkes Debüt im Hunsrück. Doch auch Kirchbergs Mannschaftsführer ist zufrieden und richtet den Blick nach vorne: „Ich bin stolz auf die Mannschaft, die zusmmen das Spiel noch gewonnen hat. Wir haben den Schrecken des ersten Heimspiels abgeschüttelt und können nun mit vollem Fokus in Richtung unserer nächsten Prüfung gehen – gegen den deutschen Meister KF Oberthal.“ Dort sollten die Hunsrücker definitiv noch eine Schippe drauflegen, wenn man die Punkte im Hunsrück behalten möchte.

TuS Kirchberg 1

SK Kamp-Lintfort 1

Bender, Matthias

11

895

818

2

Schmidt, Dennis

Fuchss, Ferdinand

10

880

844

3

Prante, Christian

Martin, Lukas

1

779

861

5

Eichenhofer, Nils

Stockter, Falko

8

867

896

12

Niesner, Daniel

Martin, Andreas

6

863

871

9

Bernsee, Marcel

Adams, Markus

7

866

856

4

Holzum, Yannick

2

43

5150

5146

35

0

Vorschau: Samstag, 13.09.2025, 13.00 Uhr TuS Kirchberg 1 – KF Oberthal 1

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